...wird heutzutage am besten Immobilienmakler. Diesen Eindruck hat man zumindest immer wieder, wenn man sich Immobilienangebote im Internet anschaut.
Die paar mageren Sätze, mit denen die Immobilien beschrieben werden, sind vom Informationsgehalt oftmals dermaßen dürftig, dass der Makler sich die "Mühe" eigentlich auch hätte sparen können. Wenn man dann trotzdem den Makler dann anruft und nachfragt, stellt man schnell fest, dass dieser selbsternannte Immobileinexperte oftmals überhaupt keine Ahnung vom angbotenen Objekt hat.
Eines allerdings wissen die Makler immer ganz genau, und weisen darauf auch ausführlich in den Internetangeboten hin: Die Courtage ist "verdient und fällig"!
"Fällig" mag ja sein, aber "verdient"??? Für was eigentlich? Für ein paar Fotos ohne Aussagekraft und ein paar dürftige Zeilen im Exposée? Die Wohnungsnot macht es offenbar möglich. Und tatsächlich hört man aus Städten wie Hamburg haarsträubende Geschichten über diese Berufszunft. Eine Bekannte fragte kürzlich bei einem Besichtigungstermin in einer der begehrteren Hamburger Stadtteile, wie es denn um ihre Chancen stehen würde, diese Wohnung zu bekommen. Die Antort des Maklers: "Der überflüssigste Buchstabe im Wort Moral ist das M!"
Kein Wunder, dass eine Branche, in der man(n) mit relativ wenig Aufwand relativ viel Geld (und mit etwas Glück noch sexuelle Befriedigung durch verzweifelte Wohnungssuchende) verdienen kann, allerlei dubiose Gestalten anzieht.
Denn um Makler zu werden muss man nichts können und nichts gelernt haben. Es reicht, sich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde die wirtschaftliche Zuverlässigkeit bescheinigen zu lassen. Das heißt, jeder, der (noch) nicht vorbestraft ist, keine Steuerschulden hat und nicht insolvent ist, darf sich in der Welt der Immobilienvermittlung tummeln.
Kaufmännisches Grundwissen ist auf jeden Fall nicht nötig und bei einer Vielzahl der Makler auch ganz offensichtlich nicht vorhanden. Ich fragte mich neulich, wie die seltsam krumme Zahl von 2,38 Monatsmieten als Courtage zustande kommt.
Die unglaubliche Erklärung eines Maklers: Es sei doch eigentlich ganz logisch. Als Basis würden zwei Nettomieten zugrunde liegen, und dann käme eben die Mehrwertsteuer dazu.
Nun beträgt die Mehrwertsteuer in Deutschland 19%. Das heißt jedesmal wenn Sie irgendein beliebiges Produkt kaufen zahlen Sie den Nettobetrag zuzüglich 19% Mehrwertsteuer. Wenn Sie zwei Produkte kaufen zahlen Sie zweimal den Nettobetrag zuzüglich 19 % Mehrwertsteuere. Und so weiter...
Nun beträgt die Mehrwertsteuer in Deutschland 19%. Das heißt jedesmal wenn Sie irgendein beliebiges Produkt kaufen zahlen Sie den Nettobetrag zuzüglich 19% Mehrwertsteuer. Wenn Sie zwei Produkte kaufen zahlen Sie zweimal den Nettobetrag zuzüglich 19 % Mehrwertsteuere. Und so weiter...
Nur Makler bringen das unglaubliche Rechenkunststück fertig, auf zwei Nettomonatsmieten zweimal 19% Mehrwertsteuer zu berechnen. Denn korrekterweise müsste die Courtage (wenn man denn angesichts solcher großartigen Leistungen überhaupt noch von "verdient" sprechen mag) 2,19 Monatsmieten betragen...
Tja, wer nichts wird...
(C) 2012 Arne Salig | (K)ein Kommentar